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8K: Fernsehen der Zukunft oder heute schon sinnvoll?

 

Auf den größten Elektronikmessen der Welt werden regelmäßig die neuesten Trends aus der Branche vorgestellt. Glaubt man den Herstellern, so sind transparente und faltbare Smartphones die Zukunft der Unterhaltungsbranche. Auch Fernseher mit einem hochauflösenden 8K-Panel sind von den Messen nicht mehr wegzudenken. Sie versprechen eine 16-mal höhere Auflösung als Full HD-Fernseher. Allerdings stellen wir uns die Frage: „8K: Fernsehen der Zukunft oder heute schon sinnvoll?“

Um diese Frage adäquat zu beantworten, haben wir uns auf die Suche gemacht und die Trends der Realität gegenübergestellt. Welche Vorteile bietet die 8K-Auflösung gegenüber Ultra HD? Gibt es bereits Filmmaterial in dieser hohen Auflösung? Welche Geräte gibt es, die 8K-Material unterstützen oder hoch skalieren können? Diese und weitere Fragen möchten wir in diesem Artikel beantworten.

Gibt es bereits Material in 8K-Auflösung?

Noch bevor namhafte Hersteller wie LG Electronics und Samsung 8K-Fernseher der Öffentlichkeit präsentierten, gab es die ersten Unkenrufe. In einem Zeitalter, in dem nicht einmal alle Teile Deutschlands mit einer schnellen Internetverbindung aufwarten können, wirkt 8K-Fernsehen und -Streaming wie blanker Hohn. Wie rechtfertigen demnach die Hersteller Fernseher mit solch einer hohen Pixeldichte? Durch eine enge Zusammenarbeit mit Hollywood verspricht man sich schnell konkrete Inhalte, mit denen die Fernseher ihr volles Potential ausspielen können. Das hat bereits bei der UHD Blu-ray Disc - zumindest teilweise - funktioniert.

8K-Material gibt es schon länger. So brüsten sich Vertriebe mit Blu-rays wie „Baraka“, von denen ein 8K-Master existiert. Dieses kommt der Blu-ray Disc bereits zugute. Allerdings bleibt die Auflösung bei der Blu-ray natürlich bei 1080p, damit sich diese auch von Blu-ray Playern lesen lässt. Für ein tatsächliches 8K-Erlebnis ist noch wesentlich mehr nötig. Da für Dokumentationen wie „Baraka“ jedoch ein 8K-Master zum Einsatz kam, profitiert die Blu-ray-Edition davon. Je aufwendiger das Master, desto schärfer und brillanter das Endergebnis.

Auch älteres Filmmaterial lässt sich durchaus in 8K-Auflösung realisieren. Allerdings ist der Prozess kostspielig und aufwendig. Daher ist es auszuschließen, dass Filmstudios im großen Stil ihre Filme neu auflegen werden, um 8K-Fernseher mit Inhalten zu versorgen. Dank analogem 35 und 70 mm Material sowie den aktuellsten Filmkameras sind 8K-Filme jedoch realisierbar. Eine Speicherung auf physischen Bildtonträgern ist allerdings unwahrscheinlich. Die Distribution wird aller Voraussicht nach vor allem in digitaler Form stattfinden. Eine neue Blu-ray Disc oder ein vergleichbares Medium mit 8K-Unterstützung gibt es in absehbarer Zeit nicht. Der aktuell für die UHD-Blu-ray genutzte HEVC Codec könnte bei hochauflösendem und aufwendig produziertem 8K-Material zwar noch genutzt werden, ob dieser langfristig ausreichen wird, lässt sich noch nicht bestimmen.

Immer größere Bildschirme in den Heimkinos und Wohnzimmerkinos erreichen Diagonalen, bei denen eine noch höhere Auflösung einen Vorteil bringen kann.

Material fürs Fernsehen

Mehr Hoffnung machen da die Fernsehsender. Zwar bleiben konkrete Inhalte aktuell noch aus, allerdings gibt es ein paar Zukunftsprognosen, die pures 8K-Entertainment versprechen. So zum Beispiel die japanische Rundfunkgesellschaft NHK. Diese möchte die Olympischen Sommerspiele, die 2020 in Tokio stattfinden, in 8K-Auflösung übertragen. Ob die westliche Welt davon einen tatsächlichen Nutzen hat, bleibt dahingestellt.

Wir wagen jedoch eine kleine Zukunftsprognose für den deutschen Markt. Die Telekom bietet bereits UHD-Material auf Abruf an. Sky setzt vor allem auf hochauflösende Sportübertragungen in UHD. Darüber hinaus entdecken auch die privaten Sender wie RTL, ProSieben, Sat1 sowie die öffentlich-rechtlichen TV-Sender ARD und ZDF 4K-Übertragungen für sich. Es ist demnach davon auszugehen, dass die deutschen TV-Anstalten auch der 8K-Technologie nicht vollkommen abgeneigt sind. Allerdings geschieht dieser Umbruch nicht ad hoc. Es werden Jahre vergehen, bis diese Sender tatsächlich 8K-Übertragungen in Erwägung ziehen. Die deutlich höhere Bandbreite spielt dabei genauso eine Rolle wie die Verbreitung der Endgeräte. Die Deutschen stehen neuen Technologien nämlich durchaus skeptisch gegenüber.

Video-on-Demand

Wesentlich mehr Potential bietet dabei Video-on-Demand. Anbieter wie Netflix produzieren fleißig in 4K-Auflösung. Genauso wie Amazon und Apple bieten sie Hunderte Stunden in UHD-Auflösung und High Dynamic Range an. Allerdings überwiegen die Inhalte bei Netflix deutlich denen der Konkurrenz.

Auch beim nahenden 8K-Zeitalter ist davon auszugehen, dass die Streaming-Anbieter wieder einmal die Vorreiterrolle einnehmen und Inhalte in 8K-Auflösung produzieren und über ihre Plattformen verfügbar machen. Allerdings lassen sich die Anbieter damit Zeit. Die Verbreitung dieses extrem hoch aufgelösten Materials ist durch das Streaming jedoch wahrscheinlicher als über andere Medien. Das liegt aber vor allem daran, dass es sich um US-amerikanische Unternehmen handelt, die natürlich nicht ausschließlich für Europa und Deutschland produzieren. Technologien dieser Art finden in den USA deutlich eher Anklang.

QLED-8K und 8K-OLED

Samsung gilt mittlerweile als Vorreiter neuer Technologien. Während andere namhafte Hersteller über Technologien dieser Art erst nachdenken, ist es oftmals das südkoreanische Unternehmen Samsung, das bereits erste Produkte auf dem Markt anbietet. So geschehen beim QLED-8K, von dem Samsung drei Modelle anbietet. Die Modellbezeichnung lautet GQ-Q900RGTXZG.

LG Electronics ist in diesem Segment ebenfalls ein prominenter Hersteller, der mit 8K-Panels aufwartet. Allerdings steht noch kein marktreifer Fernseher zur Verfügung. Dennoch präsentierte der asiatische Hersteller im Jahr 2018 den weltweit ersten 8K-OLED in 88 Zoll. Damit bedienen die Hersteller auch gleichzeitig ein Klischee, das hoch auflösendes Fernsehen erst so richtig interessant macht: Je größer desto besser. Das ist auch dringend nötig, da der Kunde von der hohen Auflösung nur durch ein großes Display profitiert. Darüber hinaus trägt High Dynamic Range - zu dem Dolby Vision, HDR10, HDR10+ und HLG zählen - immens zum 8K-Erlebnis bei.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Fernseher ist die Fähigkeit, geringer aufgelöstes Material hoch zu skalieren. Dieses Upscale-Feature skaliert zum Beispiel 4K-Material in eine Auflösung von 7.680 x 4.320 Pixel hoch. Die Upscale-Technologie ist nicht neu, sondern bereits seit Anbeginn des HD-Zeitalters ein gängiges Feature. Mit steigender Auflösung steigt jedoch auch die Rechenleistung, die solch ein Prozessor bewerkstelligen muss.

Das Ganze hat natürlich auch seinen Preis. Samsungs QLED-8K ist zu einer unverbindlicher Preisempfehlung ab 4.999,00 Euro erhältlich. Das verlangt Samsung für das Modell in 65 Zoll. Dahingegen schlägt das Modell GQ85Q900RGLXZG mit 14.999,00 Euro zu Buche.

Hier im Bild das neue Flaggschiff von Samsung mit dem Model GQ75Q900RGLXZG - es sind Diagonalen von 65, 75 bis hin zu 85 Zoll erhältlich um 8k Inhalte ins heimische Wohnzimmer einziehen zu lassen.

4K UHD vs. 8K

War es bei 4K Ultra HD vor allem auch der Zusatz von High Dynamic Range (HDR), fokussieren sich die Hersteller bei 8K-Panels insbesondere auf die deutlich höhere Auflösung, eine starke Leuchtkraft und Bildschirmgrößen jenseits der 65 Zoll. Denn nur mit wirklich großen Bildschirmdiagonalen sind die Unterschiede erkennbar.

8K-Fernseher haben eine Auflösung von 7.680 x 4.320 Pixel. Das entspricht der vierfachen Pixeldichte eines UHD-Fernsehers. Darüber hinaus verfügen sie über einen Upscale-Chipsatz, der geringer aufgelöstes Material auf die Auflösung des Fernsehers hoch skaliert. Das machen die Fernseher so gut, dass bereits das Hochskalieren oftmals schon einen deutlichen Mehrwert bietet.

Exkurs: Digital vs. Blu-ray Disc

Sinkende Verkaufszahlen bei der Blu-ray Disc und steigender Umsatz bei digitalen Medien. Welche Zukunft hat die Blu-ray Disc im Zeitalter der 4K- und 8K-Auflösung? Die Zukunftsaussichten könnten nicht schlechter stehen - zumindest für die physischen Bildtonträger. Der digitale Vertrieb von hochwertig produzierten Serien und Filmen nimmt stark zu und findet immer mehr Abnehmer - und das zu Recht!

Anbieter wie Amazon Video und Netflix, die bereits Filme und Serien in mindestens 1080p bis 4K Ultra HD anbieten und sogar High Dynamic Range (HDR) zur Verfügung stellen, leisten hervorragende Arbeit. In vielerlei Hinsicht sind digital verfügbare Filme kaum noch von Blu-ray-Filmen zu unterscheiden. Dennoch gibt es einige Unterschiede, die vor allem technischer Natur sind. So ist die Bandbreite beziehungsweise Bitrate bei Blu-rays deutlich höher als bei ihren digitalen Pendants. Das liegt vor allem daran, dass beim Streaming die Größe des Videos eine bedeutende Rolle spielt. Bei UHD-Blu-rays ist dies zu vernachlässigen. Hier können die Studios bis zu 100 GB ausschöpfen.

Dennoch haben digitale Medien einen entscheidenden Vorteil gegenüber Blu-rays: Sie sind quasi sofort verfügbar. Bei einer leistungsstarken Internetverbindung lassen sich die Inhalte ohne Umschweife streamen oder herunterladen. Darüber hinaus ist ein schneller Wechsel des Streams auf Seiten der Anbieter möglich - für den Fall, dass der Stream beschädigt sein sollte. Bei Blu-rays stehen oft langwierige Umtauschaktionen an.

Youtube erlaubt ebenfalls den Upload und die Wiedergabe von 8K-Material. Mit einer schnellen Internetverbindung sowie einem leistungsstarken Prozessor ist damit der Genuss von 8K-Videos schon jetzt möglich. Allerdings spielen diese Videos erst dann ihre Vorteile aus, wenn passende Endgeräte für die adäquate Wiedergabe und brillante Darstellung sorgen.

Fazit: 8K macht Sinn

Genauso wie UHD-Auflösung macht auch die deutlich höhere 8K-Auflösung durchaus Sinn. Dem technischen Fortschritt sollte kein Riegel vorgeschoben werden. Allerdings ist es nahezu unmöglich, dies der breiten Masse zu verdeutlichen. Stattdessen werden sich 8K-Fernseher in den nächsten Jahren vor allem in den Wohnzimmern und Heimkinos von technikaffinen Kunden tummeln. Selbst 4K-Fernseher sind noch weit davon entfernt, die breite Masse anzusprechen - trotz der beachtlichen Verkaufszahlen. Mit der Zeit avanciert das 8K-Fernsehen allerdings zum Standard, sobald dieses erschwinglicher wird - die passenden Inhalte vorausgesetzt. Bis dahin dominieren Themen die Akustik betreffend die Heimkinos wie Dolby Atmos, DTS:X und Auro 3D. Mehr hierzu gibt es hier nachzulesen.


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